Die Graduiertenschule wird auch Ausstrahlung in Richtung Werkstoffwissenschaften und Maschinenbau haben und die Verbindung zur organischen Chemie und zur Biologie suchen. „Unsere Vision für die Zukunft ist es, zu den international führenden Forschungs- und Ausbildungsstätten für Festkörperforschung zu gehören, in denen die Einheit von Forschung und Lehre gelebt wird“, betont Sprecher Prof. Harald Gießen vom 4. Physikalischen Institut der Uni. Internationale Doktoranden, die Forschung an der vordersten Front betreiben und gleichzeitig in begleitenden Kursen das theoretische Handwerkszeug vermittelt bekommen, seien bestens gerüstet für den globalen Wettbewerb um die besten Köpfe. „Sie stellen sicher, dass Stuttgart Vorreiter bei den neuesten Hochtechnologien bleibt“, so Gießen.
Die Einrichtung dieser Graduiertenschule im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder in Stuttgart würde das große Gewicht und die hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen der Stuttgarter Festkörperforschung widerspiegeln. Die internationale Graduiertenschule wird gemeinsam von Professoren aus den Fachbereichen Physik und Chemie sowie von Direktoren der beiden Max-Planck-Institute für Festkörperforschung und Metallforschung getragen.
Die internationale Graduiertenschule soll zum einen der Ausbildung der Studierenden nach dem Bachelor (für Master und Doktorarbeit) in der Festkörperforschung zugute kommen. Zum anderen wird sie eng an die bereits bestehenden Forschungscluster angebunden sein. Dies gilt im Besonderen für die bereits bestehenden beiden Sonderforschungsbereiche SFB/TR21 (Quantenkontrolle in maßgeschneiderter Materie: Gemeinsame Perspektiven von mesoskopischen Systemen und Quantengasen) und SFB706 (Katalytische Selektivoxidationen) und das Graduiertenkolleg „Magnetic Resonance“. Als Keimzelle soll die bereits bestehende und hervorragend evaluierte internationale Max-Planck-Research School „IMPRS“ (Themenfeld: Advanced Materials: Low-dimensional materials and interfaces) dienen. Auch an eine Anbindung an die geplanten Stuttgarter Schwerpunkte Materialwissenschaften und Photonik ist gedacht.
Die Ausbildung soll das Humboldt’sche Bildungsideal der Einheit von Forschung und Lehre verwirklichen. Dies bedeutet, dass Studierende bereits nach dem sechsten Semester als Graduate Students in die Schule aufgenommen werden und unter Anleitung früh selbständig forschen sollen. Begleitend sollen intensive Kurse auf hohem Niveau bis zur Doktorprüfung angeboten werden. Obligatorischer Teil der Graduiertenausbildung ist ein Auslandssemester. Ein anspruchsvolles Auswahlverfahren soll nur die international besten Bewerber in die Graduiertenschule aufnehmen. Vorgesehen sind etwa 30 Bewerber jährlich.
Weitere Informationen:
Prof. Harald Gießen (Sprecher), 4. Physikalisches Institut,
vertreten durch Prof. Jörg Wrachtrup, 3. Physikalisches Institut,
Tel. 0711/685-65278
e-mail: giessen@physik.uni-stuttgart.de