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Voraussetzungen für die Promotion an einer TU9-Universität

 

Voraussetzungen

Die grundlegende Voraussetzung für die Annahme als Doktorand an einer TU9 Universität ist ein sehr guter Master-Abschluss, der an einer international anerkannten Forschungsuniversität erworben wurde oder an einer gleichwertigen Einrichtung, die Abschlüsse verleiht. Es wird darüber hinaus erwartet, dass der Doktorand seine Masterarbeit bereits abgeschlossen hat. In manchen Ländern trägt der verliehene akademische Grad nicht den Namen "Master", sondern etwa "Diplom" oder "Magister". Das ist jedoch in der Regel kein Problem, solange es sich um den höchsten akademischen Grad vor dem Doktortitel handelt.

 

Ihr Abschluss muss zunächst durch die zuständige Stelle der Universität formal anerkannt werden. Dafür benötigen Sie die schriftliche Zusage eines TU9-Universitätsprofessors, die Betreuung Ihrer Arbeit zu übernehmen. Bevor Sie sich auf die Suche nach einem Betreuer begeben, sollten Sie allerdings in jedem Fall herausfinden, ob Ihr Abschluss grundsätzlich als Voraussetzung für eine Zulassung zur Promotion gewertet werden kann. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen, frühzeitig eine formlose Anfrage an das International Office der Universität zu richten, um diese Frage vorab zu klären.

 

Reichen Sie dafür neben den Kopien Ihrer Zeugnisse auch Ihren Lebenslauf ein. Benennen Sie den Namen Ihrer Heimatuniversität und - sofern Sie noch Studieren - die Art Ihres Abschlusses. Die Mitarbeiter des International Office können Ihnen (und Ihrem zukünftigen Betreuer) dann mitteilen, ob Ihr Abschluss grundsätzlich für die Zulassung zur Promotion infrage kommt.

 

 

Die Bedeutung des Betreuers

Die Zulassung zur Promotion an einer TU9-Universität erfordert immer die schriftliche Einverständniserklärung („Betreuungszusage“) eines Universitätsprofessors, den Kandidaten in seine oder ihre Forschungsgruppe aufzunehmen. Sie können sich also nur dann als Doktorand an einer TU9 Universität bewerben, wenn Sie einen Betreuer gefunden haben. Es ist somit die erste zentrale Aufgabe jedes Promotionsinteressierten, einen „Doktorvater“ oder eine „Doktormutter“ zu finden. Während der Erstbetreuer Angehöriger der Universität sein muss, an der Sie sich als Doktorand bewerben, können weitere (Co-)Betreuer/innen auch auswärtige Professor/innen sein.

 

 

Wie findet man einen Betreuer bzw. eine Betreuerin für die Doktorarbeit?

Für Absolventen der jeweiligen Universität ist es natürlich sehr viel einfacher einen Betreuer zu finden als für Bewerber von anderen Universitäten oder sogar aus anderen Ländern: Die Studierenden der TU9-Universitäten hatten einerseits bereits die Möglichkeit in Seminaren die Bekanntschaft mit Ihren Professoren zu machen. Andererseits konnten auch Professoren und deren Assistenten den Kandidaten und dessen Fähigkeiten beispielsweise durch Aufsätze oder die Masterarbeit kennenlernen.


Dennoch haben auch internationale Bewerber gute Aussichten als Doktoranden angenommen zu werden. Dafür erfordert es allerdings ein gewisses Maß an Eigeninitiative, Selbstbewusstsein und guter Selbstdarstellung. Ein Empfehlungsschreiben eines Angehörigen Ihrer Heimatuniversität an den (eventuell sogar bekannten) TU9-Professor kann dabei durchaus hilfreich sein. Alternativ können Sie beispielsweise auch bei Konferenzen Kontakt zu einem TU9 Professor aufnehmen.

 

 

Wie kann man bei der Suche eines Betreuers vom Ausland aus vorgehen?

 Erster Schritt: Allgemeine Informationen sammeln.

Zunächst ist es sinnvoll, allgemeine Informationen über die Universität zu sammeln. Die Tatsache, dass Sie diesen Artikel lesen, zeigt bereits, dass Sie auf einem guten Weg sind. Grundsätzlich bietet die Webseite der TU9-Universitäten eine Menge nützlicher Informationen.

 

Zweiter Schritt: Identifikation einer für die Betreuung infrage kommenden Person.

Sie können versuchen, sich bei der Suche nach einem Betreuer unterstützen zu lassen, indem Sie z.B. die gewünschte Fakultät anschreiben und um Vermittlung bitten. Sie sollten dann aber unbedingt ausreichend präzise in der Angabe Ihres gewünschten Forschungsgebietes sein. Die Angabe beispielsweise, dass Sie sich für Maschinenbau interessieren, ist zu ungenau für den jeweiligen Berater, um Ihre Anfrage gezielt an einen Hochschulleiter weiterleiten zu können.

Sinnvoller und Erfolg versprechender ist es allerdings zumeist, wenn Sie selbst einen Hochschullehrer anzuschreiben. Diesen sollten Sie jedoch mit Bedacht wählen, indem Sie sich intensiv mit dessen Forschungsschwerpunkten auseinandersetzen. Da die Forschungsgebiete der jeweiligen Institute meist ausführlich auf deren Internetseiten beschrieben werden, sollte es Ihnen nicht schwerfallen, einen potentiellen Betreuer zu identifizieren. Am besten beginnen Sie mit Ihrer Suche direkt auf der Übersichtsseite der Universität. Auf den Informationsseiten der Fakultäten findet sich in der Regel eine Auflistung der einzelnen Institute und Informationen zu deren Forschungsgebieten. Oft finden Sie auf den Seiten zur Forschung auch Angaben zu angebotenen Promotionsthemen oder freien (Promotions-)Stellen.


Aufgrund Ihrer Ausbildung und Interessen werden meist nur die Angebote einer Fakultät für Sie infrage kommen. Bei interdisziplinären Themenstellungen kann es jedoch möglich sein, dass sie sich mit Lehrstühlen in verschiedenen Fakultäten bzw. Fachgruppen auseinandersetzen müssen.
In den Stellenbörsen der Universitäten finden Sie Ausschreibungen bezahlter Doktorandenstellen. Auch wenn Sie hier nach einer Stelle suchen, ist es wichtig, dass sie sich zunächst intensiv mit dem Lehrstuhl auseinandersetzen, der die betreffende Stelle anbietet.


Ein weiterer Weg zu einem möglichen Betreuer für Ihre Promotion kann über die Autorenangaben in der Fachliteratur führen. Wenn die Themenstellung eines Aufsatzes Sie besonders interessiert, können Sie nach Informationen über die Universität oder Arbeitsgruppe suchen und mithilfe dieser Daten mit dem betreffenden Professor/ Professorin Kontakt aufnehmen.

 

Dritter Schritt: Das Anschreiben

Wenn Sie einen potentiellen Betreuer für Ihre Arbeit gefunden haben, müssen Sie diesen anschreiben.

Welche Informationen sollte Ihre Anfrage also enthalten? Vor allem sollte deutlich werden, dass sie sich mit dem, was an dem Institut geforscht wird, bereits befasst haben. Führen Sie sich Ihre Situation und Ihr Ziel vor Augen: Sie möchten, dass sie am Institut Ihrer Wahl als Doktorand angenommen werden. Dazu müssen Sie auch Ihren zukünftigen Betreuer davon überzeugen, dass Sie der geeignete Kandidat sind. Die Situation entspricht also völlig der einer Stellenbewerbung.


Zunächst müssen Sie – möglichst kurz, aber aussagekräftig – Auskunft geben über Ihre persönlichen Daten und Ihre Ausbildung. Ihr Studium mit den darin absolvierten Schwerpunkten und den erzielten Ergebnissen muss klar dargestellt werden. Von besonderem Interesse sind dabei Angaben über Ihre bisherigen Forschungsarbeiten, insbesondere über Ihre Masterarbeit. Sie sollten Ihre wichtigsten Zeugnisse mitschicken (weitere können auf Nachfrage nachgereicht werden). Achten Sie dabei auch auf ein geeignetes Format und vor allem eine angemessene Größe Ihrer Dateien – E-Mails, die Anhänge von mehr als 5 MB enthalten, werden oft als lästig empfunden. Hilfreich können natürlich auch Empfehlungsschreiben früherer Lehrender sein. Praktika oder andere Tätigkeiten, die in Bezug zu Ihrem Studium bzw. dem angestrebten Fachbereich stehen, sollten ebenfalls angeführt werden.


Neben dieser allgemeinen Darstellung Ihrer Ausbildung müssen Sie dann auf Ihre fachlichen Ziele und Forschungsinteressen eingehen. Erläutern Sie kurz, warum Sie promovieren möchten und beschreiben Sie Ihre Motivation für die Wahl des betreffenden Instituts. Wenn Sie schon eine konkrete Vorstellung von Ihrem Promotionsthema haben, legen Sie dieses kurz dar. Wenn nicht, bitten Sie um einen Themenvorschlag, zeigen Sie dabei aber in jedem Fall, dass Sie sich mit dem beschäftigt haben, was an dem Institut geforscht wird.


Über diese fachspezifischen Fragen hinaus müssen Sie auch auf wichtige weitere Bedingungen eingehen. Besonders die Finanzierung Ihres Lebensunterhalts spielt dabei eine Rolle, aber auch Ihre Sprachkenntnisse sind von Interesse. Wenn Sie bereits ein Stipendium haben oder planen eines zu beantragen, sollten Sie dies ebenso mitteilen (mit Angaben zu dessen Höhe und Dauer). Unter Umständen sagt der Hochschullehrer Ihnen die Betreuung Ihrer Arbeit nur unter der Bedingung zu, dass Sie das Stipendium auch erhalten. Falls Sie die Finanzierung Ihrer Promotion durch eine Anstellung absichern möchten, sollten Sie fragen, ob das betreffende Institut Beschäftigungsmöglichkeiten für Doktoranden anbietet. Wie bereits erwähnt, ist zumindest in den Ingenieur- und Naturwissenschaften ein Großteil der Doktoranden an der Universität angestellt. Manchmal haben Bewerber mit einem Stipendium bessere Chancen, einen Betreuer zu finden. Dieser finanzielle Aspekt ist jedoch nur ein Faktor unter vielen und entscheidet meist zumindest nicht allein über den Erfolg einer Bewerbung.


Sie sollten in jedem Fall Auskunft über Ihre Deutsch- und Englischkenntnisse geben. Wenn Sie noch andere Sprachen sprechen, geben Sie diese auch an. Falls Sie Zertifikate besitzen, die Ihre Sprachkenntnisse bestätigen, schicken Sie diese mit. Darüber hinaus sollten Sie sich darüber informieren, in welchen Sprachen die Dissertation verfasst werden kann. Manchmal müssen Doktoranden Sprachkurse besuchen, bevor Sie mit Ihrem Promotionsprojekt beginnen können.

 

Zur Antwort auf Ihre Anfrage

Meist erhalten Sie relativ schnell eine Reaktion auf Ihre Anfrage. Manchmal, besonders in der vorlesungsfreien Zeit oder um Weihnachten und Ostern, kann es allerdings passieren, dass Sie einige Wochen auf eine Antwort warten müssen. Haben Sie Verständnis dafür, dass es nicht immer der Professor selbst ist, der Ihnen antwortet. Oft sind auch andere Personen am Institut (etwa wissenschaftliche Mitarbeiter oder der/die Sekretär/in) mit dieser Aufgabe betraut.

 

Die Antwort kann positiv oder negativ ausfallen. Oft werden auch zunächst weitere Unterlagen von Ihnen eingefordert. Im Falle einer negativen Antwort sollten Sie bedenken, dass manche Hochschullehrer viele hunderte Anfragen und Bewerbungen im Jahr erhalten, sodass ein extrem strenger Auswahlprozess erforderlich wird. Sie sollten sich deshalb von einer negativen Reaktion auf Ihre Anfrage nicht entmutigen lassen und nach anderen Betreuern suchen. Eine kritische Selbstreflexion kann jedoch besonders dann hilfreich sein, wenn sich die Absagen häufen.


Eine positive Antwort kann verschiedene Ausgestaltungen haben, auf die hier nicht im Einzelnen eingegangen werden kann. Achten Sie darauf, dass in der sich anschließenden Korrespondenz wichtige Fragen möglichst präzise geklärt werden. Dazu gehören beispielsweise die schriftliche Betreuungszusage, eine zumindest grobe Skizzierung des Dissertationsthemas, Vereinbarungen zur Finanzierung, Aussagen zu den sprachlichen Anforderungen und die Bestimmung eines Co-Betreuers.

 

 

Eine Alternative: (zunächst) Anfertigung einer befristeten Forschungsarbeit

Wenn sich der künftige Doktorand und sein potentieller Betreuer zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme aus dem Ausland noch nicht persönlich kennen, besteht natürlich immer die Gefahr, dass man sich gegenseitig nicht richtig einschätzt und später Probleme auftreten. Dieses Risiko lässt sich minimieren, indem man sich auf eine zunächst befristete Zusammenarbeit einigt: Der Hochschullehrer schlägt dem Bewerber ein konkretes, zeitlich befristetes Forschungsprojekt zur Bearbeitung vor (eine Art „Praktikum“). Während dieses Projektes haben beide Parteien die Möglichkeit, sich näher kennenzulernen, um sich so besser für oder gegen eine längerfristige Zusammenarbeit entscheiden zu können. Der zukünftige Doktorand ist dabei üblicherweise auf Stundenbasis als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut angestellt. Auch wenn ein Promotionsprojekt letztlich nicht zustande kommt, sammelt der Bewerber während dieses Auslandsaufenthalts wertvolle Erfahrungen ohne dabei zu viel Zeit zu verlieren.