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Offener Brief des TU9 Präsidenten gegen die geplante Einführung von "Bachelor/Master Professional"

TU9 Präsident Horst Hippler lehnt die Einführung von "Bachelor/ Master Professional" entschieden ab.


16.11.2007 -

Sehr geehrte Wirtschaftsminister,
sehr geehrte Damen und Herren,

 

TU9 ist der Verband der neun führenden Technischen Universitäten in Deutschland: RWTH Aachen, TU Berlin, TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU Dresden, Universität Hannover, Universität Karlsruhe (TH), TU München, Universität Stuttgart.

 

An TU9 Universitäten sind 204.000 Studierende immatrikuliert, das sind rund zehn Prozent aller deutschen Studierenden. In Deutschland stammen 56 Prozent der Universitäts-Absolventen in den Ingenieurwissenschaften von TU9 Universitäten.


Mit großer Sorge beobachten wir Pläne, die Abschlüsse „Bachelor/Master Professional“ für Meister und Techniker einzuführen. Dieses Vorgehen lehnen wir entschieden ab.

 

Wie Sie wissen, werden an den Technischen Universitäten die Ingenieur- und Naturwissenschaften auf die neuen Grade umgestellt. Wenn aber nun neben den Universitäten und auch den Fachhochschulen noch berufliche Weiterbildungsabschlüsse mit einer zum Verwechseln ähnlichen Bezeichnung eingeführt werden, dann droht eine Vertrauenskrise bei diesen noch jungen Hochschulabschlüssen - insbesondere in den Ingenieurwissenschaften.


Das deutsche Handwerk und die berufliche Aus- und Weiterbildung genießen grenzüberschreitend einen sehr guten Ruf und haben es überhaupt nicht nötig, sich bei der Bezeichnung an die Abschlüsse der Hochschulen anzulehnen. Dies würde letztlich beiden schaden.


Ich möchte bei dieser Gelegenheit hervorheben, dass wir eine größere Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung und Studium sehr befürworten. Diese wird aber durch eine bloße Um-Etikettierung ganz gewiss nicht erreicht.


Dass berufliche Bildungsabschlüsse international verständlich gemacht werden müssen, ist nachvollziehbar. Wie dies mit einem Durcheinander der Abschlussgrade erreicht werden soll, bleibt schleierhaft.


Wir möchten Sie daher eindringlich auffordern, die Pläne zur Einführung von „Bachelor/Master Professional“ nicht weiter zu verfolgen.


Mit freundlichen Grüßen

 

Prof. Dr. Horst Hippler

Präsident TU9
Rektor der Universität Karlsruhe (TH)


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Venio Piero Quinque (TU9 Geschäftsführer)
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