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TU9-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler fordert

Bei der Umsetzung der Bologna-Erklärung auf Qualität setzen!


20.7.2006 - „Der Kern der Bologna-Erklärung ist für TU9 die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Europäischen Hochschulbildungssystems“, sagt Prof. Dr.sc.tech. Horst Hippler, TU9 Präsident und Rektor der Universität Karlsruhe (TH). „Deshalb ist es das vorrangige Ziel von TU9, die Qualität der Studienprogramme zu gewährleisten.“

Die Qualität von Studiengängen zeigt sich vor allem in den Kenntnissen und Fähigkeiten der Absolventen, erläutert Hippler und betont: „Die Qualität deutscher Ingenieurausbildung an TU9 Universitäten ist in dieser Hinsicht international in höchstem Maße anerkannt.“ Er fordert daher, dass die in der deutschen Ingenieurausbildung enthaltenen Ausbildungsprofile „wissenschaftsorientiert“ – wie es auch an den TU9 Universitäten besteht - und „anwendungsorientiert“ – wie es bei den Fachhochschulen existiert - aus Qualitätsgründen erhalten bleiben.

Hippler: „Ingenieure mit dem Qualifikationsprofil des bisherigen universitären Diplom-Ingenieurs werden angesichts des Innovationsbedarfes in Technik und Wirtschaft mehr denn je gebraucht. In Deutschland herrscht ein Mangel an Studienanfängern in den Ingenieurwissenschaften, den sich unser Land nicht leisten kann, wenn es im Wettbewerb mit den USA oder asiatischen Ländern wie Indien oder China bestehen will.“

“Bachelor kann nicht Diplom-Ingenieur sein“
Der TU9 Präsident stellt auch klar, dass in der universitären Ingenieurausbildung der Bachelor noch kein Ingenieur sein kann. Hippler: „Sechs oder auch sieben Semester reichen zur Bewältigung des Stoffes und zum Aufbau von Forschungskompetenz einfach nicht aus. Deshalb ist der Ingenieurabschluss der Universitäten der Master.“

Dessen Qualifikationsprofil ist definiert durch das des bisherigen universitären Diplom-Ingenieur. Dementsprechend setzt TU9 für die universitäre Bachelor-Phase 3 Jahre (6 Semester) und für die Masterphase 2 Jahre an (4 Semester).

„Ingenieur-Promotion darf nicht ‚verschult’ werden“
Der TU9 Präsident kritisiert auch Pläne, die Erlangung des Doktor-Ingenieurgrades (Promotion) curricular, also per Stundenplan zu regeln und die Promotion dadurch zu „verschulen“. Hippler: „Die Promotion muss das Ergebnis wissenschaftlicher Forschungstätigkeit bleiben.“ Dies erwarte auch die Industrie.

Mit dem TU9 Bachelor/Masterkonzept und dem Aufbau neuer Strukturen wie Graduiertenschulen haben sich die TU9 Universitäten das Ziel gesetzt, die Forschungstätigkeit von Hochschulabsolventen weiter zu fördern.

Diese Stellungnahme des TU9 Präsidenten entspricht einstimmigen Beschlüssen der TU9 Mitglieder, die am 17. Juli 2006 in Berlin zusammengekommen sind.

Neue TU9 Geschäftsstelle in Berlin
Um die eigene Arbeit weiter zu professionalisieren und jederzeit als Ansprechpartner für Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zur Verfügung zu stehen, hat TU9 jetzt eine Geschäftsstelle in Berlin eröffnet: TU9 Geschäftsführer ist Venio Piero Quinque, 36, Jurist und Kommunikationswissenschaftler, der künftig die Aktivitäten koordiniert und für Public Affairs, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie das Marketing verantwortlich ist.
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