Aachen Karlsruhe Stuttgart Darmstadt München Hannover Braunschweig Berlin Dresden

TU9 und die Indian Institutes of Technology veranstalten einen gemeinsamen Workshop zum Thema "Earthquake Science"

 

Die schweren Erdbeben in Indien, Japan und der Türkei haben in den letzten Jahren einer breiten Öffentlichkeit bewusst gemacht, dass erdbebensicheres Bauen und das richtige Verhalten bei dieser Art von Katastrophen Leben retten kann.

 

Klar ist auch, dass Erdbeben keine nationale Angelegenheit sind - die gefährlichen Erdstöße und ihre gefährlichen Folgen machen vor Landesgrenzen nicht halt.

 

Umso wichtiger ist es, dass das Know-how internationaler Wissenschaftler zusammengebracht wird, um die Forschung in diesem wichtigen Feld voranzubringen.

 

Die Indian Institutes of Technology (IIT) sind die Elite-Universitäten Indiens, TU9 ist der Verbund der führenden Technischen Universitäten Deutschlands. Gemeinsam wollen Wissenschaftler dieser Forschungseinrichtungen in einem Workshop den Startschuss zur vertieften gemeinsamen Arbeit im Themengebiet „Erdbebenforschung“ geben.

Bei der Erdbebenforschung spielen verschiedene Aspekte eine Rolle: Effizienz internationaler Vorwarnsysteme, Tragwerkssicherheit von Bauten unter Erdbeben, Risikoanalyse von Erdbeben. Neben diesen technischen Fragen mindestens genauso wichtig: das Verhalten der Menschen während und nach Erdbeben, die sozialen und ökonomischen Konsequenzen nach Erdbeben und der Umgang damit sowie die Entwicklung der Gesellschaft in erdbebengefährdeten Gebieten.

 

Glücklicherweise gehört Deutschland nicht zu den Gebieten, die – soweit man dies voraussagen kann - von schweren Erdbeben bedroht sind. Allerdings sind am Rheingraben, der schwäbischen Alb, dem südlichen Schwarzwald und einem Bereich um die Stadt Gera Zonen identifiziert worden, in denen in der jüngeren Vergangenheit mittelschwere Beben aufgetreten sind. Dies hat immerhin zu einer Verschärfung der Anforderungen an Bauwerke in von Erdbeben gefährdeten Gebieten geführt (Erdbebennorm DIN 4109).

Indien gehört zu den von Erdbeben am meisten gefährdeten Ländern dieser Welt: Beispielsweise wurde die Kaschmir-Region in den letzten Jahren hinsichtlich der Gefährdung durch Erdbeben hochgestuft und man befürchtet dort mittelfristig schwere Beben – auch wenn zeitliche Prognosen nur sehr schwierig anzustellen sind.

 

Das Forschungsthema „Earthquake Science“ hat enorme Relevanz nicht nur für Indien, sondern auch für zahlreiche weitere Länder.

 

In dem TU9/IIT Workshop werden deutsche und indische Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen den aktuellen Stand im Bereich „Earthquake Science“ präsentieren, auf Schwachstellen hin durchleuchten und das Potential gemeinsamer Kooperationsforschung feststellen.

 

Deutsch–Indische Forschungszusammenarbeit hat bereits Tradition und wird durch diesen Workshop neue Impulse bekommen.

 

Der Workshop wird für TU9 federführend vom ILEK der Universität Stutt-gart organisiert, indische Partner sind auf der Organisationsebene das IIT Madras (Chennai) sowie das Structural Engineering Research Center (SERC).

 

Teilnehmen werden indische Wissenschaftler folgender Einrichtungen: IIT Bombay, IIT Delhi, IIT Guwahati, IIT Kanpur, IIT Madras, IIT Roorkee, IISc. Bangalore, BARC, DST, L&T ECC, NGRI (Hyderabad), NRSA (Hyderabad), SERC, CPRI, Anna University.

 

Die deutsche Seite entsendet Wissenschaftler von TU Darmstadt, Univer-sität Karlsruhe (TH), Universität Stuttgart, GFZ Potsdam, Universität Potsdam und Universität Würzburg.

 

Bei der Gründung des IIT Madras stand 1958 die Bundesrepublik Deutschland Pate: Das IIT Madras in der Stadt Chennai feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen: Die Gründungsurkunde trägt die Unter-schriften des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer und dem indi-schen Staatspräsidenten J. Nehru und ist in Bonn unterzeichnet worden.