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Press Review

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Dr. Nicole Saverschek
(TU9 Managing Director)

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Press Release 000/2009

Doctorate

Saving the Future of the Engineering Doctorate [German only]

Vom 16. bis 18. Mai 2007 treffen sich die europäischen Bildungsminister in London. Dort droht aus Sicht von TU9 eine Entwicklung mit negativen Folgen für die Universitätsforschung und damit auch für den Industriestandort Deutschland.

Hintergrund sind europäische Bestrebungen, die Ingenieurpromotion zu "verschulen": Also den Doktorgrad wie einen Master oder Bachelor durch Teilnahme an Studienprogrammen zu erlangen.

"In der europäischen Hochschulpolitik gibt es Bestrebungen, die Promotionsphase als Studium zu werten und einzelne Abschnitte zu definieren, die mit Leistungspunkten bewertet werden, wie dies schon bei Bachelor- und Masterstudiengängen der Fall ist", sagt der TU9 Präsident Prof. Dr. Horst Hippler, Rektor der Universität Karlsruhe (TH). "Dies würde einen schweren Schaden für die Technischen Universitäten und den Industriestandort Deutschland bedeuten.“

Die Ingenieurpromotion findet häufig in Zusammenarbeit mit Industriepartnern statt, die von der Innovationsstärke der Technischen Universitäten profitieren. TU9 Präsident Professor Dr. Horst Hippler: „Namhafte Industrieverbände wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) sind deshalb ebenfalls alarmiert.“

Gegen eine strukturierte Ausbildung sei nichts einzuwenden, so Hippler weiter, "aber die Promotion ist als erste Stufe selbst verantwortlicher Forschertätigkeit zu sehen, nicht als dritte Stufe der Universitätsausbildung. Die Studienzeit ist mit der Erlangung von Master oder Diplom beendet. Promovierende sind also junge Wissenschaftler. Das ist zu respektieren" Die zügige Durchführung einer Promotion ist für die TU9 Mitglieder ein wichtiges Ziel. Daher soll der Promotionszeitraum inklusive der sonstigen akademischen Tätigkeit die Dauer von fünf Jahren nicht überschreiten. Das bedeutet, dass die Forschungsinhalte so bemessen sein müssen, dass sie innerhalb von drei Personenjahren bearbeitet werden können.

Hintergrundinformationen

Zwei Drittel der Promovierten in Ingenieurwissenschaften von TU9
In Deutschland werden zwei Drittel der Promovierten im Bereich der Ingenieurwissenschaften an TU9 Universitäten ausgebildet (Stat. Bundesamt, 2003). Den Präsidenten und Rektoren in TU9 liegt daher daran, dass ihre Promovierenden auch in Zukunft ihre Dissertationsprojekte erfolgreich abschließen können. Ein Faktor dafür sind gute und flexible Arbeitsbedingungen.

Die Promotion weist in den Ingenieurwissenschaften gewisse Besonderheiten auf. Sie stellt hier die erste Stufe selbstverantwortlicher Forschungs- und Berufstätigkeit dar.

Dafür gibt es mehrere bewährte Modelle. Üblicherweise erlangen Ingenieurabsolventen an deutschen Universitäten den Doktorgrad (die Promotion zum Dr.-Ing.) als Ergebnis einer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiter an dieser Forschungseinrichtung. Anders als in anderen Fachrichtungen, sind die Promovierenden im Allgemeinen als
Vollzeitbeschäftigte der Universität tätig.

Einen alternativen Weg wählen andere, die in Unternehmen arbeiten und berufsbegleitend promovieren.

Doktoranden der Ingenieurwissenschaften sind nicht als Studierende anzusehen, auch wenn sie als Studenten mit angestrebtem Abschluss Doktorgrad immatrikuliert
sind.

Inhalt der Ingenieur-Promotion
Innerhalb der Ingenieur-Promotion erwerben Doktoranden Kompetenzen, die für eine berufliche Funktion in der Wirtschaft von großer Bedeutung sind.
Dabei steht der Erkenntnisgewinn oft auch im Zusammenhang mit Fragestellungen aus der industriellen Praxis, was für die Innovationskraft des Standorts Deutschland
von enormer Bedeutung ist.

In Ergänzung der wissenschaftlichen Inhalte sowie der Qualifikation geht es um die Fähigkeit,

• über bestehende Grenzen des technologischen Wissens hinauszugehen,
• vorhandene Erfahrung, Kompetenzen und Ausstattungen in einem vorgegebenen (Zeit)Rahmen zur Lösung einer wissenschaftlichen Fragestellung einzusetzen,
• wissenschaftliche Probleme zu kommunizieren und gegenüber anderen darzustellen,
• in (bestehenden) Teams zu kooperieren,
• in einem internationalen Rahmen zu agieren,
• ein Projekt durch alle relevanten Phasen zu führen: von der Idee über die Realisierung bis zum Marketing,
• ein (Forscher)Team zu führen und ebenfalls unter Anleitung arbeiten zu können,
• finanzielle Fragen eines (Forschungs)Projekts zu handhaben, von der Planung bis zum Abschlussbericht,
• mit Personen mit unterschiedlichen Hintergründen zu interagieren (Forschung, Industrie, Wirtschaft),
• zu unterrichten sowie die (Forschungs)Resultate anderer zu beurteilen.

Entsprechend den Themen und Arbeitsweisen der Ingenieurforschung beinhaltet die Tätigkeit als Doktorand neben der Bearbeitung wissenschaftlicher Probleme:

• Eine individuelle Forschungsarbeit mit Abschluss durch eine eigenständige Doktorarbeit,
• eine mündliche Doktorprüfung,
• die Mitarbeit innerhalb eines Forschungsteams,
• die Mitwirkung in der Lehre und Abnahme von Prüfungsleistungen,
• Erstellung von Beiträgen für wissenschaftliche Symposia,
• internationale wissenschaftliche Kommunikation,
• Einwerbung von Drittmitteln und Leitung dadurch finanzierter Projekte
• Einbeziehung von Studierenden und Graduierten in die Forschung,
• Anleitung von Studierenden.

Diese Aktivitäten ermöglichen es, den Doktoranden eine wesentliche, über das Fachliche hinausgehende Qualifikation zu vermitteln, die Kompetenzen beinhaltet, welche von großer Bedeutung für die Arbeitswelt sind. Doktorabsolventen der deutschen technischen Fakultäten erfahren daher bereits zu diesem Zeitpunkt eine hohe Wertschätzung durch die Industrie. Die Erfahrung zeigt, dass die Ingenieur-Promotion in ihrer jetzigen Form den Absolventen regelmäßig den Einstieg in verantwortungsvolle Funktionen in der Wirtschaft eröffnet.

Fortentwicklung des Erfolgsmodells Ingenieur-Promotion
TU9 legt fest, dass zukünftig eine systematische Förderung solcher Kompetenzen stattfinden soll (im Umfang von maximal ca. 20 Prozent der Doktorandentätigkeit).

Dazu dienen zum einen besondere Lehrveranstaltungen und Leistungsnachweise wie Seminare und Kolloquien.

Zum anderen sollen die oben aufgeführten, über die fachliche Qualifikation hinausgehenden Tätigkeiten planmäßige Elemente der Promotion sein und nach außen hin sichtbar dokumentiert werden, um für den nationalen wie internationalen Arbeitsmarkt als besondere Qualifikationsattribute herausgehoben zu werden.

Kernstück der Promotion bleibt aber nach wie vor die Erarbeitung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und ihre Darstellung in einer Doktorarbeit (Dissertation) als Nachweis eigenständiger Forschungsleistung

14.05.2007