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Press Review

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(TU9 Managing Director)

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Press Release 000/2009

Das Erfolgsmodell Dr.-Ing. weiter verbessern: Wettbewerb zeichnet sechs vorbildliche Initiativen aus

Promovierende in den Ingenieurwissenschaften werden mit in ihrer Qualität beispielhaften Programmen unterstützt

Promovierende in den Ingenieurwissenschaften werden an der TU Braunschweig, der RWTH Aachen, den Universitäten Stuttgart und Erlangen-Nürnberg, an den Bremer Universitäten und an der Technischen Universität München mit in ihrer Qualität beispielhaften Programmen unterstützt. Das bescheinigt ihnen die hochrangig besetzte Expertengruppe eines Wettbewerbs von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften gemeinsam mit 4ING, TU9 und ARGE TU/TH. Die Sieger des Wettbewerbs um Best Practices und neue Ideen zur Verbesserung der Ingenieurpromotion wurden im Rahmen eines Symposiums am 24. Mai 2011 in Berlin mit jeweils 5.000 Euro prämiert. Gewürdigt werden Initiativen, die das Erfolgsmodell Ingenieurpromotion beispielhaft weiter ausgestalten.


 

Der Dr.-Ing. ist ein deutschlandweit und international anerkanntes Qualitätssiegel. Die Ingenieurpromotion qualifiziert für Leitungspositionen und beschleunigt den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Dennoch gibt es Verbesserungsbedarf: Etwa beim immer noch zu geringen Frauenanteil, beim Erwerb von außerfachlichen Qualifikationen oder auch bei der Internationalisierung. Mit dem Wettbewerb möchten acatech, 4ING, TU9 und ARGE TU/TH viel versprechende Wege zur nachhaltigen Verbesserung der Ingenieurpromotion aufzeigen.


In sechs Kategorien wurden vorbildliche Programme ausgezeichnet:

  • Auswahl von Kandidaten und Kandidatinnen, Betreuung, Ablauf und Dauer der Promotion: TU Braunschweig, Fakultät für Maschinenbau
  • Unterrepräsentierte Doktorandengruppen: RWTH Aachen, Institut für Textiltechnik
  • Erwerb von außerfachlichen Qualifikationen/Schlüsselqualifikationen: Universität Stuttgart, Graduate School of advanced Manufacturing Engineering
  • Internationalisierung: Forschungsverbund LogDynamics der Universität Bremen,
  • Neue Modelle der Promotionsförderung: Universität Erlangen-Nürnberg, Technische Fakultät
  • Sonderpreis: TUM Graduate School – TU München


Die Fakultät für Maschinenbau der TU Braunschweig überzeugte mit ihrem „Strukturierten Doktorat“, in dem die Assistenzpromotion mit Elementen eines modernen Personalmanagements und mit einheitlichen Betreuungsstandards ausgestaltet wurde. Ein „Braunschweiger Betreuungskodex“ garantiert unter anderem regelmäßige wissenschaftliche und Personalentwicklungsgespräche, Potenzialanalysen, Weiterbildungsmaßnahmen und eine neutrale Schlichtungsstelle bei Problemen. Die regelmäßig evaluierten und weiterentwickelten Standards wurden als innovatives, erfolgreiches und auf andere Hochschulen übertragbares Modell prämiert.


Unterrepräsentierte Doktorandengruppen werden am Institut für Textiltechnik der RWTH Aachen besonders gut unterstützt. Das Institut setzt einerseits Maßstäbe bei der Vereinbarkeit von Promotion und Familie. Die Beratung schwangerer Doktorandinnen, ihre Unterstützung bei der Suche nach einer Kindertagesstätte, die ausdrückliche Möglichkeit der Elternteilzeit und familienfreundliche Arbeitsbedingungen sind am Aachener Institut Standard. Organisatorische Hilfe, Sprachkurse und die Freistellung von Nebenaufgaben sichern andererseits einen stabilen Anteil an Promovierenden mit Migrationshintergrund.


Die Graduate School of advanced Manufacturing Engineering (GSaME) der Universität Stuttgart unterstützt vorbildlich den Erwerb von Schlüsselqualifikationen, Interdisziplinarität sowie den Wissens- und Technologietransfer. Hierfür sorgt unter anderem das duale Prinzip, das in innovativer Weise auf die Promotion übertragen wurde: In Kooperation mit nationalen und internationalen außeruniversitären und industriellen Partnern wird ein Wechsel von theoretischen Ausbildungsphasen und praktischer Forschertätigkeit ermöglicht. Die Theoriephasen bieten individuell vereinbarte Qualifizierungsbausteine, die Praxisphasen hingegen Einblicke in betriebliche Prozesse und Forschung „vor Ort“.


Stark in der Internationalisierung zeigte sich der Bremen Research Cluster for Dynamics in Logistics (LogDynamics). Im Ergebnis promovieren innerhalb des Verbundes außergewöhnlich viele internationale Doktorandinnen und Doktoranden. Vorbildlich sind unter anderem die kulturelle Durchmischung, eine kontinuierliche und interdisziplinäre Zusammenarbeit, Englisch als Arbeitssprache, auf Diversität ausgerichtete Soft-Skill-Schulungen, internationale Konferenzen, dreimonatige Auslandsaufenthalte sowie die Integration von Gastwissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen aus dem Ausland. So profitieren deutsche Promovierende von der Internationalität und umgekehrt die internationalen Kollegen und Kolleginnen vom Austausch mit deutschen Promovierenden.


Ein wegweisendes Modell der Promotionsförderung hat die Universität Erlangen-Nürnberg im Bereich der Kooperativen Promotion realisiert. Die Kandidatinnen und Kandidaten werden nach bestandener Eignungsprüfung als Mitglied der fakultätsinternen Graduiertenschule aufgenommen. Dort profitieren sie unter anderem von einem Qualifizierungsprogramm mit Zusatzzertifikaten, einer regelmäßigen Betreuung, punktuellen Arbeiten an der Universität und von einer Zweitbegutachtung der Dissertation von Fachhochschulseite. Voraussetzung ist eine gemeinsame Forschungsaktivität mit der jeweiligen Fachhochschule sowie die Sicherstellung eines forschungsadäquaten Arbeitsumfeldes.

 

Einen hohen Maßstab in der nationalen und internationalen Promotionslandschaft setzt die TUM Graduate School der TU München. Als fakultätsübergreifender Service schafft sie einheitliche Qualitätsstandards und gibt dennoch Freiraum für Fächerspezifika. Durch die hochschulweite und präsidiale Verankerung der Graduiertenschule wird der hohe Stellenwert der Promotion auch institutionell gewürdigt. Vorgegeben werden Qualifizierungsmodule mit fachlichen und überfachlichen Anteilen, Vernetzungsmöglichkeiten, internationalen Phasen, Veröffentlichungsstandards und strukturierenden Elementen. Hinzu kommen vielfältige Beratungsleistungen, Gender- und Diversitymaßnahmen sowie Mitbestimmungsmöglichkeiten.


Eine unabhängige Jury – bestehend aus der acatech Projektgruppe sowie Helga Lukoschat (Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft), Carola Feller (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau), Hans Jürgen Prömel (TU Darmstadt) und Peter Strohschneider (LMU München) – wählte die sechs beispielhaften Beiträge aus.

Weitere Informationen

 

Über TU9
TU9 ist die Allianz der führenden Technischen Universitäten in Deutschland: RWTH Aachen, TU Berlin, TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU Dresden, Leibniz Universität Hannover, Karlsruhe Institute of Technology, TU München, Universität Stuttgart. An den TU9-Universitäten sind über 200.000 Studierende immatrikuliert. In Deutschland stammen rund 50 Prozent der Universitäts-Absolventen in den Ingenieurwissenschaften von den TU9-Universitäten, rund 57 Prozent der Promotionen in den Ingenieurwissenschaften werden an den TU9-Universitäten  durchgeführt. TU9-Präsident ist der Rektor der RWTH Aachen, Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg.


Über acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech vertritt die deutschen Technikwissenschaften im In- und Ausland in selbstbestimmter, unabhängiger und gemeinwohlorientierter Weise. Als Arbeitsakademie berät acatech Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. Darüber hinaus hat es sich acatech zum Ziel gesetzt, den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu unterstützen und den technikwissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Zu den Mitgliedern der Akademie zählen herausragende Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen.

 

Über 4ING
Der Dachverein der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten e. V. (4ING) umfasst 135 Fakultäten und stellt über 90 % des niversitären Lehrangebots in den Ingenieurwissenschaften und der Informatik bereit. 4ING repräsentiert 2.500 Professoren, 15.000 wissenschaftliche Mitarbeiter und 130.000 Studierende. 4ING ist zum einen die Stimme der vertretenen Fachdisziplinen und zum anderen ein Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Medien. 4ING engagiert sich insbesondere in den Feldern Nachwuchsrekrutierung, Bologna-Prozess, Lehre und Globalisierung.


Über ARGE TU/TH
In der ARGE TU/TH sind 28 technisch orientierte Universitäten zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen. Sprecher ist Prof. Dr. sc. tech. Horst Hippler, Präsident Karlsruhe Institute of Technology (KIT).

24.05.2011