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Press Review

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Press Release 000/2009

TU9-Präsident Ernst Schmachtenberg: „Jetzt muss was passieren, rettet die deutschen Universitäten!“

TU9-Präsident unterstreicht die Forderung zur Änderung des Artikels 91b Grundgesetz noch in dieser Legislaturperiode

Die Politik kommt in einer Woche aus der Sommerpause, an den Universitäten werden in diesen Tagen bereits die Einschreibungen für das neue Wintersemester vollzogen.
„Exakte Anfängerzahlen liegen noch nicht vor, doch eines steht fest: Immer mehr junge Menschen nehmen ein Studium auf, so wie es die Politik sich wünscht und immer wieder proklamiert“, sagt Prof. Dr.-Ing. Ernst Schmachtenberg: „Wir freuen uns über alle jungen Menschen, die bei uns lernen und forschen wollen. Wir wissen, dass wir im globalen Wettbewerb nur mit besten Bedingungen in Forschung und Lehre unsere Spitzenstellung als Exportnation halten können. Aber leider können die Bundesländer schon seit längerem nicht mehr ihre Universitäten für diesen globalen Wettbewerb angemessen ausstatten. Und eine Änderung des grundgesetzlichen Kooperationsverbots, die uns helfen kann, ist noch immer nicht in Sicht.“


TU9 hatte bereits im Mai 2012 die Initiative begrüßt, eine Änderung des Artikels 91b des Grundgesetzes noch in dieser Legislaturperiode zu realisieren. Künftig sollten Bund und Länder gemeinsam nicht nur Vorhaben, sondern dauerhaft auch Forschung und Lehre an Hochschulen fördern können.


„Seit der Ankündigung, dass das Kooperationsverbot aufgehoben werden soll, sind keine wesentlichen Schritte erkennbar. Statt die Lösung des Problems zu suchen, baut man Bastionen für den kommenden Bundestagswahlkampf. Wir, die für die großen Technischen Universitäten in Deutschland in Verantwortung stehenden Rektoren und Präsidenten, fordern die Politik auf, über die Grenzen der Parteien hinweg den Dialog zu führen und die Änderung des Grundgesetzes noch in dieser Legislaturperiode zu erreichen. Wer glaubwürdig in der Politik den Anspruch vertreten will, für die Innovationsfähigkeit Deutschlands zu wirken, darf sich dieser Frage jetzt nicht entziehen. Jetzt muss was passieren, rettet die deutschen Universitäten!“

 


Hintergrund:

Die Exzellenzinitiative ermöglichte ausgewählten Universitäten, Forschungsschwerpunkte mit großer internationaler Sichtbarkeit aufzubauen. Mit der soeben abgeschlossenen Evaluation und der Bewilligung der Projekte für die nun laufende 2. Runde kann dieser erfolgreiche Weg weitergeführt werden. Leider fehlt die langfristige Perspektive für dieses erfolgreiche Programm. Mit der Änderung des Artikels 91b Grundgesetzes kann dies ermöglicht werden.


Anlass für den Appell der TU9 -Rektoren und Präsidenten ist die immer prekärer werdende Unterfinanzierung der Universitäten bei steigenden Studierendenzahlen sowie die Unklarheit über den Fortgang der Exzellenzfinanzierung.


Die Kultusministerkonferenz geht bei ihrer korrigierten Vorausberechnung der Studienanfängerzahlen 2012-2025 von einem Anstieg der Studierendenzahlen weit über die bisherigen Annahmen hinaus aus. Bis 2019 bleiben die Studienanfängerzahlen dieser Vorschau zufolge deutlich über 450.000. Pro Jahr ergibt sich hier ein Plus von rund 75.000 Studienanfängern, also bis zu 20 % mehr als ursprünglich angenommen.


Bildung ist in Deutschland grundgesetzlich geregelte Ländersache. Die Kassen der Länder bieten kaum mehr finanziellen Spielraum, um eine Verbesserung der Situation herbeizuführen. Die Landesmittelzuweisungen für die Universitäten sind in den meisten Bundesländern seit vielen Jahren rückläufig oder bestenfalls konstant.


Programme, an denen sich der Bund beteiligen darf, wie die Exzellenzinitiative und der Hochschulpakt oder auch eine Erhöhung der Fördermittel der DFG, helfen, sind aber stets zeitlich befristet und projektbezogen angelegt und wirken deshalb nicht nachhaltig. Die dringend erforderliche Verbesserung der Grundausstattung über eine Mitfinanzierung durch Bundesmittel wird bisher durch das sogenannte Kooperationsverbot verhindert. Wie Bund und Länder erfolgreich gemeinsam Wissenschaft finanzieren können, zeigen sie bei den Einrichtungen der außeruniversitären Forschung. Die universitäre Forschung und Lehre droht dagegen im internationalen Wettbewerb zurückzufallen und ihre Konkurrenzfähigkeit zu verlieren.


Zum Vergleich: Das MIT in Cambridge/Massachusetts hat 10.894 Studierende und ein Budget von 1.956 Mio. €. Das sind umgerechnet rd. 178.000 Euro pro Kopf. Das Imperial College in London hat bei 12.665 Studierenden ein Budget von 868 Mio. €. Das macht rd. 69.000 Euro pro Kopf. Die ETH Zürich hat 17.187 Studierende, ein Budget von umgerechnet 916 Mio. €, also rd. 53.000 Euro pro Kopf zur Verfügung.


An den drittmittelstarken deutschen Technischen Universitäten stehen - ohne Medizin - nicht einmal 20 Tsd. Euro für jeden Studierenden zur Verfügung. Pro Kopf können also die ETH Zürich mehr als doppelt so viel und das MIT neunmal so viel Geld in die Ausbildung ihrer Studierenden investieren.

 

 

Über TU9:
TU9 ist die Allianz der führenden Technischen Universitäten in Deutschland:
RWTH Aachen, TU Berlin, TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU Dresden, Leibniz Universität Hannover, Karlsruher Institut für Technologie, TU München, Universität Stuttgart.


An den TU9-Universitäten sind über 240.000 Studierende immatrikuliert, das sind rund 10 Prozent aller deutschen Studierenden.


In Deutschland stammen rund 50 Prozent der Universitäts-Absolventen in den Ingenieurwissenschaften von den TU9-Universitäten, rund 57 Prozent der Promotionen in den Ingenieurwissenschaften werden an den TU9-Universitäten durchgeführt.

 


Medienkontakt
Venio Piero Quinque (TU9 Geschäftsführer)
TU9 German Institutes of Technology e. V.
Telefon: 0049(0)30/ 278 74 76 80
E-Mail: presse(at)tu9.de

29.08.2012